Am vergangenen Sonntag hatte die dritte Mannschaft den Tabellenführer Köln-Longerich zu Gast. Nachdem die Runde 6 vor einigen Wochen total vergurkt für uns gelaufen war, handelte es sich bei diesem Mannschaftskampf um das erste von drei „Endspielen“ in dieser Saison. Longerich trat mit einer bisher tadellosen Bilanz von 12 Mannschaftspunkten aus den gespielten sechs Runden an. Für uns ging und geht es hingegen um die Verteidigung des Klassenerhalts.

Einen Auftakt hatten wir mit einer Verlustpartie an Brett zwei. Harald, der bislang eine gute Saison gespielt hatte, hatte ungewohnt früh aufgeben müssen.

An Brett sechs führte ich die schwarzen Steine und geriet allmählich unter Druck. Nach einer nicht erkannten Taktik musste ich einen Qualitätsgewinn des Gegners zulassen. Diesen musste er sich allerdings durch das Zulassen von zwei Freibauern im Zentrum von mir erkaufen. Die nächste Taktik des Gegners sah beeindruckend aus, war aber schlecht kalkuliert und erlaubte mir mit einem der Freibauern das Umwandlungsfeld zu erreichen. Der Gegner gab auf.

Es stand 1:1. Aber wir gerieten erneut in Rückstand. An Brett eins musste Horst sich einem kraftvollem Bauernvorstoß im Zentrum geschlagen geben. An Brett drei von Volker spielten sich dramatische Szenen ab. Volker war mächtig unter Fernfeuer durch die beiden gegnerischen Läufern geraten und wurde zeitgleich von den gegnerischen Schwerfiguren belagert. Es gelang ihm eine Gabel auf die gegnerische Dame und einen Springer zu spielen. Nach langer Rechenzeit ließ der Gegner überraschend die Dame stehen und rettete seinen Springer. Er hatte eine längere erzwungene Kombination durchgerechnet, an deren Ende Volker ein Matt nur durch Blockade mit eben seiner eigenen Dame verhindern konnte. Wir mussten auch diesen Punkt abgeben.

An Brett fünf spielte Achim lange Zeit ausgeglichen. Er profitierte von einem Fehler seines Gegners. Dieser ließ die eigene Dame ungedeckt im Röntgenblick von Achims Dame stehen. Der dazwischenstehende Läufer von Achim konnte mit Schach abgezogen werden. Angesichts des Tauschs Läufer gegen Dame gab sein Gegner auf.

Am Brett vier ging Peter in die Verlängerung. Es kam zum Endspiel gleichfarbiger Läufer. Peter hatte einen Mehrbauern, der günstiger Weise ein entfernter Freibauer war und das Umwandlungsfeld in der entgegengesetzten Farbe der Läufer hatte. Das Endspiel war durch zahlreiche Manöver gekennzeichnet. Der Gegner verteidigte trickreich, musste am Ende aber seinen Läufer für den Freibauern geben und gab auf.

Somit endete der Mannschaftskampf unentschieden. Longerich verlor die Tabellenspitze. Wir konnten den Abstiegsplatz erst einmal verlassen. Die nächsten beiden Spiele sind dennoch wieder Endspiele. Der nächste Gegner ist der nun neue Tabellenführer aus Horrem. Kerpen am Tabellenende ist bereits sicher abgestiegen. Wir kämpfen nun gegen Euskirchen um den rettenden Tabellenplatz. Euskirchen spielt genau wie wir noch gegen den Absteiger Kerpen, muss beim zweiten ausstehenden Spiel aber nur gegen den ebenfalls bedrohten Brühler SK antreten. Es bleibt spannend bis zum Saisonende!

Stephan